31.08.2018

Stadt.Bahn.Plus Teilprojekt Salzdahlumer Straße/Heidberg

Bewohner diskutieren über Lösungen für Brückenbereiche

Über 100 Besucher informierten sich über den Planungsstand

Über 100 Besucher informierten sich über den Planungsstand

Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Jörg Reincke, Geschäftsführer Verkehrs-GmbH begrüßten die Teilnehmer

Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Jörg Reincke, Geschäftsführer Verkehrs-GmbH begrüßten die Teilnehmer

Intensive Arbeit an den Dialogstationen

Intensive Arbeit an den Dialogstationen

Intensive Arbeit an den Dialogstationen

Intensive Arbeit an den Dialogstationen

Auftakt der Bürgerworkshop für Salzdahlumer Straße/Heidberg am 29. August 2018

 

Braunschweig könne nicht nur auf eine automobile Tradition vorweisen, erklärte Ulrich Markurth in seinen Begrüßungsworten in der Mensa des Schulzentrums Heidberg. Der Oberbürgermeister erinnerte an den ersten Büssing-Omnibus, der ab 1904 regelmäßig zwischen Braunschweig und Wendeburg verkehrte. Ein Modell, das sich auf andere Städte und Regionen in Deutschland und der ganzen Welt übertrug. Doch beim ersten Bürgerworkshop für den Stadtbahnausbau Salzdahlumer Straße/Heidberg ging es selbstredend nicht um Autos oder Busse. Erneut waren die Bürger dazu aufgerufen, sich an der Planung einer möglichen Stadtbahn-Trasse aktiv mit Ideen, Anregungen oder kritischen Einwänden zu beteiligen.

Die rund 3,4 Kilometer lange Trasse vom Hauptbahnhof bis in den Heidberg soll sowohl den Bebelhof als auch die Berufsbildenden Schulen und das Klinikum Salzdahlumer Straße an das Stadtbahnnetz anbinden. Das Fahrgastpotenzial entlang der gesamten Trasse ist mit rund 9200 Bewohnern in einem 500-Meter-Radius um die Haltestellen herum sehr groß. Gerade hier, erklärte Markurth, sei die Realisierung einer Trasse wirtschaftlich besonders klug. Zudem sei die Salzdahlumer Straße mit Unterbau und Deckschicht in den nächsten Jahren ohnehin sanierungsbedürftig. Durch die Stadtbahnerweiterung ergebe sich die Chance auf eine sinnvolle Neuordnung des Straßenraums.

Dass die Bürger hierzu einiges beisteuern können, zeigte sich bereits in den vergangenen Monaten bei den Beteiligungsveranstaltungen für die Teilprojekte Volkmarode-Nord und Rautheim. „Bei ergebnisoffenen Prozessen kommen sogar ungewöhnliche Lösungen wie die sogenannte X-Trasse für Volkmarode zustande“, sagte Jörg Reincke, Geschäftsführer der Verkehrs-GmbH, bevor es in der Folge schon bald mit dem Austausch an insgesamt zehn Dialogstationen losging.

Anders als bei den Teilprojekten für Volkmarode-Nord und Rautheim brauchten sich die mehr als 100 Bürger hier nicht für verschiedene Streckenoptionen zu entscheiden. Der Verlauf ergibt sich bei diesem Teilprojekt praktisch von selbst. Die Meinung der Bürger war jedoch besonders gefragt bei dem Aspekt des eigenen Gleiskörpers für die Stadtbahn. Ist eine Reduzierung des Straßenraums zugunsten der möglichen Trasse akzeptabel? Diese Frage beantworteten die Bürger an den Stationen für den Bereich des Sachsendamms im Heidberg mehrheitlich mit ja. Hier könne die vierspurige Straße zugunsten eines gesonderten Bahnkörpers zurückgebaut werden, so die tendenzielle Meinung in den Gruppen.

Weiter auseinander gingen die Ansichten bei der gleichen Frage im Bereich Salzdahlumer Straße. Denn hier ergeben sich mit den Brücken der Deutschen Bahn nahe dem Hauptbahnhof Engpässe, die baulich nicht veränderbar sind. Diskutiert wurde über die Idee, eine der jeweils zwei Seiten der Unterführungen für Stadtbahn sowie Rad- und Fußverkehr und die andere für den motorisierten Individualverkehr zu nutzen. Zustimmung für diese Variante mischte sich mit Zweifeln über die dadurch reduzierte Leistungsfähigkeit der Straße für den Individualverkehr. Auch für den Bereich der Salzdahlumer Straße zwischen Bahnbrücken und Autobahnquerung ist der Bau eines gesonderten Gleiskörpers neben der Straße geplant. Mehrere Bürger votierten dabei für den Erhalt der dortigen Baumreihen.

Eine weitere Herausforderung stellt die Querung der Autobahn A 39 im Bereich der Anschlussstelle BS-Südstadt dar. Hier steht eine Erweiterung der Brücke zugunsten des eigenen Bahnkörpers im Raum – je nachdem, wie viele Fahrspuren für den motorisierten Individualverkehr zur Verfügung stehen sollen. Allerdings betonten einige Bürger, dass ihnen trotz der begrenzten Breite der Verkehrsflächen generell ausreichend breite Fuß- und Radwege wichtig seien. Im Bereich der Hallestraße im Heidberg scheint sich diese Problematik nicht zu ergeben. Der Straßenraum ist insgesamt breit genug, um auch die hier vorhandenen Parkplätze zu erhalten. Auch dafür setzten sich einige Bürger an den Dialogstationen ein.

Die genaue Lage der möglichen Trasse, die Positionierung der Haltestellen und weitere Details stehen beim nächsten Bürgerworkshop auf der Tagesordnung. Dieser soll voraussichtlich im Winter stattfinden, wenn auf Grundlage des aktuellen Diskussionsprozesses weitergehende Planungen erarbeitet wurden. Eine dritte Beteiligungsaktion für dieses Teilprojekt ist für das Frühjahr 2019 vorgesehen.


Alle Informationen über Stadt.Bahn.Plus und alle Unterlagen aus dem Workshop erhalten Sie zum Download auf www.stadt-bahn-plus.de